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Fest der Demokratie – Stadt der Deutschen Revolution

Am 10. Mai 2019 jährt sich der Iserlohner Aufstand im Zuge der deutschen Revolution zum 170. Mal. Wenige Tage später feiert die Bundesrepublik Deutschland 70 Jahre Grundgesetz. Die Linksfraktion wünscht sich ein "Fest der Demokratie" in Iserlohn, der "Stadt der Deutschen Revolution". Dabei soll die demokratische Tradition Iserlohns herausgestellt werden. Das Fest soll nach dem Willen der LINKEN ab dem kommenden Jahr jährlich fester Bestandteil des Iserlohner Veranstaltungskalenders werden.

Sehr geehrter Herr Dr. Ahrens,

wir bitten um Aufnahme des o.g. Punktes auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Haupt- und Personalausschusses.

Dazu bitten wir folgenden Antrag zur Abstimmung zu bringen:

  • Der Bereich Stadtmarketing wird gemeinsam mit dem Kulturressort beauftragt erstmalig anlässlich des 170. Jahrestags des Iserlohner Aufstandes ein Fest der Demokratie am 10.05.2019 zu planen und durchzuführen.
    Die entsprechenden Mittel sind im Haushalt einzuplanen.

Begründung:

Am 10. Mai 1849 meuterten in Hagen 1500 Landwehrmänner, die befürchteten, gegen die Revolutionäre in Baden eingesetzt zu werden. 400 davon zogen nach Iserlohn, wo sie Unterstützung aus den umliegenden Industrieorten der ehemaligen Grafschaft Mark sowie aus den ländlich geprägten Gegenden des ehemals kurkölnischen Sauerlandes erhielten. Mit dem Sturm auf das Zeughaus – das heutige Stadtmuseum – begann der Iserlohner Aufstand, einer der bedeutendsten der sogenannten Maiaufstände im Zuge der Reichsverfassungskampagne. Diese hatte die Anerkennung der vom ersten gesamtdeutschen und demokratisch gewählten Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung, ausgearbeiteten Paulskirchenverfassung zum Ziel.

Der Iserlohner Aufstand von 1849 war republikanisch geprägt und stellte sich mit der Einrichtung eines zentralen Sicherheitsausschusses in die Tradition der französischen Revolution.

Die Farben Schwarz-Rot-Gold waren dabei die Farben der republikanisch-revolutionären, antimonarchistischen Bewegung.

Diese demokratische Tradition spielt in Iserlohn kaum eine Rolle. Zwar gibt es mittlerweile Hinweistafeln an historisch wichtigen Punkten – eine Initiative, die DIE LINKE vor knapp 10 Jahren auf den Weg gebracht hat – aber viel mehr als das und das in weiten Teilen der Bevölkerung unbekannte Denkmal für die Opfer der Iserlohner Revolution auf dem Hauptfriedhof gibt es nicht.

Trotz ihres Scheiterns behielten Revolution und Nationalversammlung von 1848/49 eine große Bedeutung für die deutsche Geschichte. Große Teile ihrer Forderungen sind im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert worden, welches im Übrigen ungefähr 100 Jahre später am 23. Mai 1949 verabschiedet wurde.

Insbesondere in Zeiten, in denen die Farben der Demokraten von Antidemokraten als Symbol der „Verteidigung Deutschlands“ missbraucht werden, halten wir es für geboten, dass sich Iserlohn seiner demokratischen Tradition erinnert.

Ein thematisch passendes Fest, dass wir uns als festen, jährlich wiederkehrenden Termin im Veranstaltungskalender wünschen, könnte im kommenden Jahr zum 170. Jahrestag erstmalig durchgeführt werden. Dabei könnte gleichzeitig auf den 70. Jahrestag des Grundgesetzes hingewiesen werden, der wenige Tage später begangen wird.

Zur thematischen Begleitung schlagen wir vor, dass mit dem Friedensplenum Kontakt aufgenommen werden soll, da vor einigen Jahren auf dem Friedensfest ein Theaterstück zur Iserlohner Revolution aufgeführt wurde. Eventuell ist eine Wiederaufführung in Kooperation mit einer der Iserlohner Schulen denkbar.

Mit freundlichen Grüßen
                                  
Oliver Ruhnert                                              
Fraktionsvorsitzender                        

Manuel Huff
Fraktionsgeschäftsführer