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Zirkus ohne Wildtiere

Wildtierhaltung im Zirkus ist aus vielen Gründen problematisch. Viele europäische Länder haben dazu bereits gesetzliche Regelungen erlassen, Deutschland bislang als eines der wenigen noch nicht. Über 100 Städte in Deutschland haben deshalb kommunale Regelungen erlassen, um Zirkusse mit Wildtieren in ihrer Stadt nicht mehr zuzulassen. Unsere Waldstadt sollte dem Beispiel folgen.

Sehr geehrter Herr Joithe,

hiermit beantragen wir die Aufnahme des o.g. Punktes auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Rates. Dazu bitten wir über folgenden Antrag abstimmen zu lassen:

  • Der Rat der Stadt beschließt, dass kommunale Flächen künftig nicht mehr an Zirkusbetriebe vergeben werden, die Wildtiere mitführen. Hierunter fallen insbesondere Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Großbären, Großkatzen, Nashörner, Primaten und Wölfe. Bereits geschlossene Verträge oder Zusagen bleiben von dem Beschluss unberührt.
     

Begründung:
Die Haltungsanforderungen für Wildtiere sind anspruchsvoll und vielfältig, die Erkenntnisse hierüber haben sich stark erweitert. In Zirkusbetrieben ist nach heutigem Wissensstand eine artgemäße und verhaltenskonforme Haltung von Wildtieren praktisch nicht möglich – im Gegensatz zu wissenschaftlich geführten Zoos oder Safariparks. Die Bundestierärztekammer (BTK) fordert daher seit Jahren ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus auf Reisen. Eine bundesweite Regelung scheiterte in der letzten Legislaturperiode. Im Gegensatz zu Deutschland haben allerdings mehr als 30 europäische Länder Verbortsregelungen für Wildtiere in Zirkussen ausgesprochen. Wir halten es daher für geboten, im Sinne des Tierschutzes auf kommunaler Ebene aktiv zu werden und nach dem Bespiel von über 100 deutschen Städten wie Düsseldorf, Siegen oder Viersen kommunale Flächen nicht mehr an Zirkusse oder andere reisende Betriebe mit o.g. Tieren zu vermieten. Das Kulturgut Zirkus kann auch ohne Wildtiere erhalten bleiben. In Umfragen sprechen sich regelmäßig mehr als zwei Drittel der Deutschen für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus aus. Eine entsprechende kommunale Regelung würde somit nicht nur dem Tierschutz dienen, sondern darüber hinaus auch dem schon vorhandenen Problembewusstsein innerhalb der Bevölkerung Rechnung tragen.

Oliver Ruhnert                        
Fraktionsvorsitzender

Manuel Huff
Fraktionsgeschäftsführer

Svenja Finke
Bürgervertreterin