Endlich handeln! - Hilfe für Obdachlose bei extremen Wetterlagen

Vor fast zwei Jahren haben wir vorgeschlagen, bei extremer Kälte das Bahnhofsgebäude zu öffnen, um Obdachlosen einen niederschwelligen Schutzraum zu bieten. In Iserlohn lehnt die Verwaltung das ab - und wir warten seit zwei Jahren auf Alternativen. Wir fordern den Bürgermeister jetzt zum Handeln auf.

Sehr geehrter Herr Joithe,

vor ungefähr zwei Jahren haben wir bereits niederschwellige Hilfe für obdachlose Menschen angemahnt. Auch wenn wir zwischenzeitlich kleine Verbesserungen bei den Obdachlosenunterkünften erreichen konnten, fehlt bis heute eine von uns vorgeschlagene niederschwellige Möglichkeit extremer Kälte im Winter zu entfliehen. Unser Vorschlag das Bahnhofsgebäude nachts zu öffnen, wurde von der Verwaltung verworfen. Alternativvorschläge gibt es bis heute nicht. 

Mittlerweile liegen die Temperaturen wieder deutlich unter dem Gefrierpunkt. Die Stadt Lüdenscheid hat kurzfristig reagiert und öffnet dort das Bahnhofsgebäude als möglichen und niederschwelligen Ort, um Schutz vor der Kälte suchen zu können.

Wieder einmal zeigt sich: Anderswo geht es, in Iserlohn nicht. 

Auch wenn unseres Erachtens weiterhin die Vermeidung und Beendigung von Obdachlosigkeit das vordringliche Ziel sein muss sind niederschwellige Angebote dennoch dringend notwendig, um alles zu tun, damit in Iserlohn kein Mensch erfriert. In Dortmund schlagen Ärzte und Verbände bereits wegen unterkühlter Obdachloser Alarm. 

Wir fordern Sie, Herr Joithe, hiermit auf, endlich zu handeln und das Bahnhofsgebäude oder einen vergleichbaren Ort bei extremer Kälte für obdachlose Menschen zu öffnen. Dies ist nach rund zwei Jahren, in denen von Seiten der Verwaltung keine adäquate Alternative aufgezeigt werden konnte, dringend geboten. Die Stadt hat eine Fürsorgepflicht für obdachlose Menschen.

Mit freundlichen Grüßen

Svenja Finke
Fraktionsvorsitzende

Manuel Huff
Fraktionsgeschäftsführer