Antrag: Feuerwerk bei städtisch bezuschussten Veranstaltungen – Prüfung von Alternativen und Brandschutz
Nach unserem offenen Appell haben die Veranstalter von „Genuss Pur“ in diesem Jahr erfreulicherweise auf das Abschlussfeuerwerk verzichtet. Angesichts zunehmender Trockenperioden wollen wir gemeinsam mit Stadt und Veranstaltern sichere und attraktive Alternativen wie Drohnen-, Licht- oder Lasershows entwickeln. Wir fordern einen offenen Dialog, verlässliche Brandschutzkriterien und moderne Veranstaltungskonzepte – nicht pauschale Verbote.
Sehr geehrter Herr Joithe,
die Fraktion Die Linke hatte sich anlässlich des Abschlussfeuerwerks bei „Genuss Pur“ in diesem Jahr mit einem offenen Appell an die Veranstalter und die Stadtverwaltung gewandt. Hintergrund waren die außergewöhnlich trockene Witterung und die damit verbundene erhöhte Gefahr von Vegetations- und Waldbränden. Die Veranstalter sind unserem Appell erfreulicherweise gefolgt und haben in diesem Jahr auf das Abschlussfeuerwerk verzichtet.
Dabei geht es uns ausdrücklich nicht um ein generelles Verbot von Feuerwerken bei Veranstaltungen. Vielmehr möchten wir anregen, gemeinsam mit den Veranstalterinnen und Veranstaltern nach attraktiven Alternativen zu suchen und gleichzeitig den Schutz vor Brandgefahren weiter zu verbessern. Gerade bei zunehmenden Trockenperioden sollten dabei auch moderne Veranstaltungsformate wie Drohnenshows, Licht- oder Lasershows als Alternative in den Blick genommen werden, damit Absagen künftig vermieden und dem Publikum weiterhin ein attraktiver Abschluss der Veranstaltungen geboten werden können.
Wir beantragen daher die Aufnahme des o.g. Punktes auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Haupt- und Personalausschusses.
Dazu bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:
- Welche städtisch bezuschussten Veranstaltungen veranstalten derzeit ein Feuerwerk und welche Kosten sind dabei für die Feuerwerke angefallen?
Wir bitten um eine Auflistung der entsprechenden Veranstaltungen für die vergangenen drei Jahre sowie um Angabe, in welcher Höhe jeweils städtische Zuschüsse gewährt wurden und welche Kosten für die Feuerwerke angefallen sind. - Welche Kosten würden für mögliche Alternativen entstehen?
Wir bitten um Informationen darüber, welche Kosten für Drohnenshows, Lichtinstallationen, Lasershows oder andere attraktive Alternativen zu Feuerwerken bei vergleichbaren Veranstaltungen anfallen würden. Soweit der Verwaltung hierzu keine eigenen Erkenntnisse vorliegen, bitten wir um eine entsprechende Einschätzung. - Gibt es bereits Gespräche mit Veranstalterinnen und Veranstaltern über Alternativen zu Feuerwerken?
Falls nicht: Kann sich die Verwaltung vorstellen, gemeinsam mit den Veranstaltern mögliche Alternativen zu entwickeln und beispielsweise im Rahmen der städtischen Förderung entsprechende Anreize für deren Einsatz zu schaffen? - Wie bewertet die Verwaltung die zunehmende Trockenheit und Waldbrandgefahr im Hinblick auf Feuerwerke?
Gibt es hierfür bereits einheitliche Kriterien oder Vorgaben, ab welcher Waldbrand- bzw. Vegetationsbrandgefahrenstufe auf ein Feuerwerk verzichtet werden sollte? - Sind zusätzliche Schutz- oder Sicherheitszonen bei Feuerwerken sinnvoll?
Prüft die Verwaltung, ob aufgrund zunehmender Trockenperioden größere Abstände zu Wäldern, Grünflächen, trockener Vegetation oder anderen brandgefährdeten Bereichen vorgeschrieben werden sollten? - Welche zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen gelten derzeit bei solchen Veranstaltungen?
Wir bitten insbesondere um Auskunft darüber, ob zusätzliche Löschmittel, Einsatzkräfte, Brandsicherheitswachen oder andere Maßnahmen erforderlich sind und wer die dadurch entstehenden Kosten trägt. - Beabsichtigt die Verwaltung, gemeinsam mit den Veranstaltern einen Leitfaden für den Umgang mit Feuerwerken zu entwickeln?
Ziel könnte es sein, sowohl Kriterien für die Durchführung bei erhöhter Brandgefahr als auch geeignete und finanziell realistische Alternativen zu Feuerwerken aufzuzeigen.
Aus unserer Sicht sollte dabei nicht das Verbot von Feuerwerken, sondern die gemeinsame Suche nach sicheren, attraktiven und möglichst nachhaltigen Alternativen im Vordergrund stehen. Die positive Reaktion der Veranstalter von „Genuss Pur“ zeigt, dass ein solcher Dialog möglich ist. Zudem ist die Lasershow beim Brückenfest – auch wenn Sie in diesem Jahr wegen eines technischen Defekts leider ausgefallen ist - ein gutes Beispiel dafür, dass es bereits attraktive Alternativen gibt. Dies möchten wir auch bei anderen städtisch geförderten Veranstaltungen anregen.
Mit freundlichen Grüßen,
Svenja Finke
Fraktionsvorsitzende
Manuel Huff
Fraktionsgeschäftsführer
