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SIH – Ein Neustart ist kein „Weiter so!“

Oliver Ruhnert (Fraktionsvorsitzender)

Warum DIE LINKE für die Weiterführung mit einem neuen Geschäftsführer gestimmt hat erklärt der LINKEN-Fraktionsvorsitzende Oliver Ruhnert im Interview mit der Fraktionszeitung Rotlicht.

Rotlicht: Hoher Krankenstand (übrigens 11% und nicht 40%*), schlechte Stimmung im Betrieb, Unzufriedenheit von Teilen der Mitarbeiterschaft mit der Führungsebene und Aufgaben die nicht zufriedenstellend abgearbeitet werden: Sprechen diese Probleme nicht gegen eine Fortsetzung der weiteren Zusammenarbeit der Stadtbetriebe?

Ruhnert: Diese Probleme sind nicht neu. Bereits vor rund 10 Jahren wurden wir als damals neue Fraktion im Rat der Stadt Iserlohn mit den gleichen Problemen konfrontiert und da gab es noch keinen SIH, sondern die Iserlohner Stadtbetriebe. Die Probleme sind nicht Ergebnis des gemeinsamen Stadtbetriebs. Sie waren vorher schon da. Diese zu lösen ist eigentlich originäre Aufgabe der Geschäftsführung und eines funktionierenden Personalrats in gemeinsamer Anstrengung.

Rotlicht: Wieso konnten die Probleme auch in der neuen Betriebsform des gemeinsamen Stadtbetriebs Iserlohn-Hemer nicht abgestellt werden?

Ruhnert: Von Beginn an wurde die Besetzung des Geschäftsführers nicht wichtig genug genommen.  Der Einstieg mit einer Doppelspitze der beiden Stadtkämmerer wurde von uns nicht befürwortet. Wir wollten von Beginn an EINE Geschäftsführung. Die Besetzung mit Herrn Böhnert haben wir damals jedoch als einzige Fraktion abgelehnt, da wir nicht der Auffassung waren, dass er der richtige Mann für den gemeinsamen Betrieb war. Eine Entscheidung mit der wir leider Recht behalten sollten. Auch die danach gewählte Lösung mit den beiden anderweitig hauptamtlich tätigen Geschäftsführern der Stadtwerke wurde von uns nicht befürwortet, weil diese nicht den totalen Fokus auf den Betrieb legen konnten.

Rotlicht: Warum ist DIE LINKE nicht dem Wunsch der ver.di-Vertrauensleute gefolgt, den Betrieb aufzulösen?

Ruhnert: Wir können es gut nachvollziehen, dass die Mitarbeiter enttäuscht sind. Das sind wir auch mit dem bisherigen Verlauf. Wir haben uns mit den Alternativen beschäftigt. Eben weil die Probleme zum größten Teil schon vorher vorhanden waren und weil ein Auseinandergehen die Probleme nicht automatisch lösen würde haben wir uns entschieden dem gemeinsamen Stadtbetrieb eine letzte Chance zu geben.

Rotlicht: Was muss jetzt bei den Stadtbetrieben passieren?

Ruhnert:  Wir brauchen eine Geschäftsführung, die sich voll und ganz auf den SIH konzentriert. Jetzt gilt es die richtige Person zu finden. Das wäre auch bei einem alleinigen Weiterbetrieb wichtig. Das haben die Gegner des gemeinsamen Stadtbetriebs nicht im Blick: Sollte es eine Trennung geben braucht es ebenso neue Personen an der Spitze, die die Probleme anpacken. Und hier rede ich nicht nur von der obersten Führungsebene sondern auch von der darunter. Ab jetzt gilt es konsequent in eine Richtung zu ziehen, die motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen und nicht mehr in Stadtgrenzen zu denken.