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Eva Schütte, Manuel Huff

Gestern Tschernobyl – morgen Tihange?

Am 26. April ist der 41. Jahrestag  von Tschernobyl. „Hoffen wir dass es nie einen „Jahrestag Tihange“ geben wird. Möglichkeiten dazu bieten die belgischen Pannenreaktoren Tihange und Doel leider genug“, konstatiert LINKEN-Kreissprecherin Eva Schütte. Deshalb protestiert die ganze Städteregion Aachen und das dortige Dreiländereck stetig und ideenreich gegen diese Reaktoren, unterstützt von vielen Politikern und Parteien. Offiziell jedenfalls.

Denn viele Ruhrgebietsstädte und andere Kreise sind Aktionäre bei RWE – und RWE liefert Uran für die Atomkraftwerke in Tihange und Doel. Die diesjährige Hauptversammlung von RWE findet ausgerechnet am Jahrestag von Tschernobyl statt.
DIE LINKE wird zahlreich bei den Protestaktionen in Essen vertreten sein, natürlich auch mit Mitgliedern aus Iserlohn und dem Märkischen Kreis. Um 8.30 Uhr wird es vor der Grugahalle eine Menschenkette geben. Die Gruppe „kritische Aktionäre“ wird während der Hauptversammlung das Wort ergreifen und ab 13.00 Uhr gibt es Stände und Aktionen zwischen Hauptbahnhof und Post.

DIE LINKE fordert einen sofortigen Atomausstieg, denn auch sieben Jahre nach dem angeblichen Atomausstiegs-Beschluss ist Deutschland zweitgrößter Atomstrom-Produzent der EU.  Sieben Reaktoren sind noch am Netz, werden immer älter und störanfälliger. Eine Lösung für den hochradioaktiven Abfall ist auch nicht in Sicht. Bei Stilllegung und Rückbau haben sich die Betreiber aus der finanziellen Verantwortung verabschiedet, das finanzielle Risiko tragen nach dem Willen der regierenden Parteien die Steuerzahler.

Auch der Märkische Kreis ist Aktionär bei RWE. Die Kreistagsfraktion der LINKEN fordert die Beteiligungen aufzulösen und das Geld in nachhaltige Projekte zu investieren. Dazu hat die Linksfraktion auch eine Idee parat: in der Müllverbrennungsanlage des Kreises soll Wasserstoff erzeugt werden. Dies ist im Rahmen der Rauchgasreinigung problemlos möglich. Mit dem erzeugten Wasserstoff könnten vier bis fünf Busse der MVG betankt werden. Die Investitionskosten für solch ein Projekt belaufen sich für den Kreis auf rund 1,5 – 3 Mio. Euro. Hinzu kommen Fördergelder des Bundes. Die RWE-Aktien des Kreises sind rund 10 Mio. Euro wert.

LINKEN- Fraktionsvorsitzender Manuel Huff dazu: „Wir wollen weg von Investitionen in fossile Brennstoffe und Atomenergie. Die Müllverbrennungsanlage kann neben Strom und Wärme eben auch Wasserstoff liefern. Im Sinne des Klimaschutzes ist es geradezu geboten diese Möglichkeit auch zu nutzen.“