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Oliver Ruhnert, Wolfgang Albrecht, Manuel Huff - Sozialausschuss
14. Dezember 2010 Oliver Ruhnert, Wolfgang Albrecht, Manuel Huff - Sozialausschuss

Anfrage: Obdachlosigkeit

Sehr geehrter Herr Dr. Ahrens,

der frühzeitige Kälteeinbruch hat dazu geführt, daß die Übernachtungseinrichtungen für Obdachlose in den meisten Städten bereits jetzt überfüllt sind. Nach Kenntnis der BAGW, des Dachverbandes der Wohnungslosenhilfe in Deutschland, sind im vergangenen Winter mindestens siebzehn Obdachlose erfroren. In der Vergangenheit waren Kälteopfer insbesondere in kleinen und mittleren Städten zu beklagen.
Der BAGW geht davon aus, dass seit 2008 von einem Anstieg um jährlich bis zu sieben Prozent auf aktuell etwa 255.000 Menschen ausgegangen werden müsse.
Weitere 120.000 Menschen sind den Angaben zufolge aufgrund von Mietschulden und Räumungsklagen akut vom Verlust ihrer Wohnung bedroht.
In diesem Winter werden also mehr Wohnungslose auf den Straßen sein als zuvor. Deswegen müssen die Kommunen verstärkt prüfen, ob die getroffenen Vorkehrungen ausreichend sind.

Der BAGW fordert insbesondere kleine und mittelgroße Städte auf, für den Winter ausreichende und vor allem bedarfsorientierte Hilfsangebote zu machen. So sei es den Kommunen seit Jahren bekannt, daß Betroffene sich weigern, Quartiere mit großen Mehrbettzimmern aufzusuchen, weil sie Angst vor Diebstahl, Gewalt und Schmutz haben.
Viele Wohnungslose blieben in der Kälte, wenn sie ihren Hund nicht mit unterbringen könnten.
Zudem gebe es zu wenige Unterbringungsmöglichkeiten für Paare.

Wir bitten daher um zeitnahe Beantwortung der folgenden Fragen, spätestens zum nächsten Sozialausschuss am 18. Januar 2011:

  1. Wie viele obdachlose Menschen gibt es derzeit in Iserlohn?

  1. Wie viele Plätze in Notunterkünften werden im Stadtgebiet zur Verfügung gestellt und wie viele Menschen nutzen diese regelmäßig?

  2. Wie viele Angebote an Suppenküchen existieren im Stadtgebiet, in denen täglich kostenlos warme Mahlzeiten und warme Getränke angeboten werden?

  3. Wird solch ein Angebot für die Wintermonate ausgeweitet? Wenn ja, wie und in welchem Umfang?

  4. Werden warme Kleidung und/oder Schlafsäcke für obdachlose Menschen zur Verfügung gestellt, die entweder nicht in Notunterkünften übernachten möchten bzw. keinen Platz mehr in einem Obdachlosenheim bekommen?

  1. Wie wird während der kalten Jahreszeit die medizinische Versorgung obdachloser Menschen sichergestellt?

Mit freundlichen Grüßen


Oliver Ruhnert
Fraktionsvorsitzender

Wolfgang Albrecht
Bv. im Sozialausschuss

Manuel Huff
Fraktionsgeschäftsführer