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7. September 2010 Oliver Ruhnert

Keine Schließung einer öffentlichen Sportstätte

DIE LINKE. im Rat der Stadt Iserlohn hat sich bisher zu der im Iserlohner Kreisanzeiger veröffentlichten Thematik zum Thema Lägersportplatz zurückgehalten und möchte sich nun - im Vorfeld der Sitzung des Sportausschusses- wie folgt erklären:

Der gemeinsame Antrag von CDU und SPD auf Schließung des Lägersportplatzes hat uns nicht wirklich überrascht. Die Thematik ist einfach und mit dem Begriff "Einsparmaßnahme" schnell erklärt. Doch so einfach sollte man mit dieser Entscheidung nicht umgehen. Derzeit wird der Lägersportplatz von den Vereinen Mladost und MSV Iserlohn sowie dem VTS Iserlohn genutzt. Leicht erkennbar also, dass diese Iserlohner Sportanlage überwiegend von Menschen mit Migrationshintergrund genutzt wird.
Der ursprüngliche Wunsch der dort spielenden Vereine war die Umrüstung des Platzes in einen Kunstrasenbelag. Nachvollziehbar, bedenkt man, dass im gesamten Iserlohner Stadtgebiet den Wünschen der Vereinen entsprochen wurde und mit den Plätzen in Sümmern und Kalthof die Ortsteile gut
versorgt wurden. Unsere Fraktion kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine Sanierung des Lägersportplatzes und dessen Umbau zu einer adäquaten Spielstätte von Beginn an nicht gewollt wurde. Eine Schließung des Platzes hätte weitreichende Auswirkungen auf die Nachbarvereine. Uns stellen sich vor allem die Fragen, wo sollen die betroffenen Vereine in Zukunft ihren Sport ausüben? Wo sollen Kinder - der Platz wird täglich von vielen Jugendlichen bespielt, die dort sinnvoll beschäftigt sind - in Zukunft gemeinsam Fußball spielen?

Das Angebot an VTS Iserlohn, in Zukunft den Hemberg-Südhang zu nutzen mag im Sommer attraktiv sein, was aber geschieht im Winter? Werden Mladost und MSV nach Sümmern, Kalthof oder Letmathe verteilt? Wo spielt eine geplante VTS-Jugendabteilung, die derzeit nur aus den A-Junioren besteht?! Und wohin weicht eben jener Hobby- und Breitensport aus, der den einzigen Platz in der Iserlohner Südstadt zur freien Zeit nutzt? Wir werden den Kindern und Jugendlichen wohl kaum raten können, zum Hemberg oder an den Seilersee zu wandern. Der am nächsten gelegene Ersatzspielort wäre übrigens am Westiger Kreuz, dieser gehört im übrigen zur Stadt Hemer!
Was passiert eigentlich mit den Leichtathleten, die seit Jahren am Hemberg-Süd ihre Heimat gefunden haben und über diese Umnutzung des Platzes kaum erfreut sein dürften?

Über die Kostenhöhe können wir uns ein gewisses Schmunzeln nicht verbergen. Der über Jahre künstlich sanierte Lägersportplatz ist nun nicht mehr sinnvoll und rentabel. Viele Jahre wurde hier Flickschusterei betrieben, sonst wäre dort längst ein Kunstrasen verlegt. Scheinbar gehören die dortigen Menschen nicht zu jenen, die ihren Einfluß so geltend machen konnten, wie dies in Sümmern oder Kalthof der Fall war.

Gleiches Recht für alle muß am Ende heißen, zu versuchen, den Lägersportplatz zu erhalten und nicht endgültig zu schließen, ein notwendiger Umbau am Hemberg-Südhang (Flutlichter, Fangzäune etc.) in
Verbindung mit den bestehenden Werten in der Läger, kämen sicherlich nicht gerade günstig.
DIE LINKE. wird das Schließen eines öffentlichen Sportplatzes in keinster Weise unterstützen und in Rat und Ausschuß für einen Fortbestand kämpfen.

Oliver Ruhnert
FRAKTION DIE LINKE.
Fraktionsvorsitzender